Wiedergeburt des epimetheischen Menschen Teil 2

Der prometheische Mensch

Institutionen sollen Pandoras Übel einpferchen und somit die Welt planbarer machen. Der Mensch versucht seine Umwelt nach seinem Ebenbild zu gestalten, um sie planen zu können.

Die Schule ist diejenige geplante Institution geworden, die den Menschen für eine geplante Welt zurechtschleift. Dabei ist die Schule dasjenige Werkzeug, um den Mensch weiterhin in Institutionen gefangen zu halten.

Der Mensch hat entdeckt, dass die Welt nach menschlichen Plänen gestaltet werden kann. Er erkannte dadurch auch, dass die Welt somit gefährdet ist. Er entwickelte Institutionen und innerhalb ihres Rahmens galt er der Mensch als vertrauenswürdig.

Unmerklich hat das Vertrauen auf Institutionen die Vertrauenswürdigkeit des Einzelnen abgelöst und die Welt somit ihre humanitäre Dimension verloren.

Nun aber können nicht mehr mythologische Gestalten und Götter dafür herangezogen werden, sondern die menschliche Planung kann heute als Grund dafür angeführt werden, dass die Welt ist, wie sie ist. Der Mensch ist zum Werkzeug von Wissenschaftlern, Technikern und Planern geworden – Der Mensch ist Werkzeug seiner Werkzeuge geworden.

Die Erziehung zum Bedürfnis nach einem Produkt ist im Preis dieses Produktes eingeschlossen. Die Schule ist die Werbeagentur, die einen dahin bringt zu glauben, man brauche die Gesellschaft so, wie sie ist.

Sind Werte erst in geplanten und gelenkten Verfahren institutionalisiert, so glaubt die heutige Gesellschaft, das gute Leben bestehe darin, dass man Institutionen hat, die Werte festlegen, denen die Gesellschaft bedarf. Iwan Illich geht sogar soweit, dass er schreibt „ein institutioneller Wert sei das Produktionsniveau einer Institution. Der entsprechende Wert des Menschen bemisst sich daran, wie viel er konsumieren kann um den Produktionsausstoß zu beseitigen und dadurch größere Nachfrage zu schaffen.

Der Mensch produziert mit seinen Werkzeugen (den Institutionen) Werte, die er konsumieren muss, um des Konsums Willen, und wird dadurch wieder Werkzeug seiner Werkzeuge.

Der Ethos der Ungenügsamkeit ist also die Wurzel der physischen Ausplünderung.

 

Der epimetheische Mensch

Es gibt aber auch Menschen, die den Verdacht haben, dass an dem Grundbild des Menschen etwas Grundlegendes nicht stimmt.

Der Mensch ist einzigartig und diese Individualität darf nicht verloren gehen durch Institutionen.

Der epimetheische Mensch achtet auf seine Umwelt und seine Mitmenschen. Der einzelne Mensch ist niemals uninteressant.

Epimetheische Menschen sind diejenigen, „welche mit ihrem prometheischen Bruder zusammen das Feuer entzünden und das Eisen schmieden, die das aber nur tun, um den anderen um so besser hegen und pflegen und ihm dienen zu können.“

Der epitheische Mensch ist getrieben von seiner Leidenschaft. Er handelt nach ihr und kann sich so entfalten.