Was ist Soziologie? Teil 2

In der Soziologie wird unterschieden zwischen “allgemeiner Soziologie” und “Spezieller Soziologie”. Diese Einteilung bringt Probleme mit sich, obwohl sie zunächst einen praktischen Sinn hat. Dieser “Praktische Sinn” ist der, dass es auf der einen Seite die theoretischen Fragen, die Grundsatzfragen der Soziologie gibt und auf der anderen Seite die inhaltlichen Einzelmomente. Die sogenannten Einzelmomente aus der speziellen Soziologie stehen immer im Zusammenhang. Der Inhalt der Soziologie ist so komplex und vielseitig, dass Einzelmomente so groß erscheinen können. Es darf aber nicht in Vergessenheit geraten, diese Einzelmomente in Verbindung zueinander zu führen. Die Auffassung im Verhältnis von Allgemeiner Soziologie und Spezieller Soziologie ist problematisch. Dies wird anhand der Bestimmung des Begriffs “Gesellschaft” deutlich. Dieser ist kein abstrakter Oberbegriff, sondern ein konkret allgemeiner. Von ihm hängt zwar alles Einzelne ab, aber er enthält auch in sich, als Bedingung seiner eigenen Möglichkeit, alle konkreten Einzelmomente, wie sie nach der üblichen Aufteilung der Wissenschaft von der Speziellen Soziologie abgehandelt werden (vgl.Adorno 2003: 98). Demgemäß geht die Allgemeine Soziologie gegenüber den Einzeldisziplinen, die sie unter sich befasst, auf die konkreten Gesetzmäßigkeiten der Gesellschaft ein.

Wenn Wissenschaft also die Forderung der Generalisierung innehält, muss also auch die Wissenschaft der Soziologie, also die Wissenschaft über die Gesellschaft auch diesen Anspruch fordern. Wie aber zu Anfang erläutert, ist die Gesellschaft ein vielseitiges Komplex. Durch die Formalisierung und der damit verbundenen Instrumentalisierung in der Wissenschaft und wissenschaftlichen Sprache, versucht man diesen Komplex und die damit verbundenen Schwierigkeiten zu überbrücken. Quantität und Qualität können so zwar nicht im Gleichgewicht bleiben, dennoch lässt sich ein minimaler Generalisierungskonsens finden, der zwar sachhaltig nicht ausgeschöpft werden kann, aber der Wissenschaft formal gerecht wird. Es wird also versucht, die Gesellschaft durch die wissenschaftliche Sprache und damit der Neigung zur Formalisierung zu bestimmen. Diese Formeln sind nicht hinreichend und ausreichend und zeigen einige Defizite, da sie das Gesamte so nicht erfassen können. Um aber diese Defizite zu minimalisieren, wird in Spezielle Soziologie und Allgemeine Soziologie unterteilt. Dennoch darf nicht in Vergessenheit geraten, dass die speziellen Unterkategorien immer auch in Verbindung stehen. Hier läuft die Soziologie Gefahr, nicht in ihrer Ganzheit representativ erscheinen zu können.