Religion als Thema der Medien

Religion existiert in den Medien

Ein Medium (lat.: medium = Mitte, Mittelpunkt) ist etwas in der Mitte Befindliches, dazwischen Liegendes; der Plural ist Medien, selten Media.

Die Praxis der Religion ist ihrem Wesen nach Medienpraxis. Zum Beispiel Höhlenmalerei, Pyramiden, Termpeltürme haben stets auch religiöse Bedeutung. Tanz, Opfer, Prozessionen; die Sprache in Gestalt als Gebet, Geschichte, Lied, Prophetenwort bei.

Religion Gestaltet Medien

Die wesenhafte Existenz von Religion in den Medien begründet den fundamentalen Beitrag der Religion zur Entfaltung der Medien. Sozusagen vollstreckte sich die Entwicklung von den sozialen Aktionsmedien (Opfer, Tanz) zu der Verbreitung religiöser Bedeutung (Predigt, Erzählung, Buch), welches das kulturelle Interesse an der Ausgestaltung dieser Medien weckte (Schrift, Papyrus) und ihre Nutzung förderte (Presse/Medien).
Durch die Verschriftlichung religiöser Kommunikation ermöglichte die Stabilisierung von Traditionen und zugleich ihre Lösung aus der Bindung an Orte und Völker.

→ Medientechnik und Theologie haben sich dem selben Kerngeschäft verschrieben: das Ferne und das Fernste nahezubringen.

Religion partizipiert an Medien

Die christliche Religion partizipiert überwiegend mit solchen Beiträgen am Mediengeschehen, die ihrem Format entsprechen (Gottesdienst als Reportage/Dokumentation; Bibelfernsehen, Radiopredigt). Religion wird dabei selbst zum Thema der Medien und damit weiterhin zu deren Objekt. Hier können auch religiöse Institute als Träger der Medienarbeit dienen ( Radio Paradiso Berlin, Evangeliumsrundfun Wetzlar, Dom-Radio Köln). Aber auch im Internet bilden sich neue religiöse Sozialformen (Konfi-web, Seelsorge-Chat, Trauern im Internet)

Religion als Thema der Nachrichten- und Unterhaltungsmedien

In den Nachrichten ist Religion Gegenstand der Berichtserstattung über das Land von Kirchen und Religionsgemeinschaften, über die Wirkung von Religion auf Politik (Nordirland, Israel ..).
Die öffentliche Wahrnehmung und mediale Präsenz von Religion bezieht sich größtenteils auf medienwirksame Großereignisse (Kirchentage, Feste im Jahreskreis, Trauerfeiern nach Katastrophen).
Die Berichterstattung in den Medien trägt zu einer gewissen Verbreitung von Kenntnissen über Religion und religiöse Bewegungen, insbesondere über ihren Einsatz an sozialen Brennpunkten bei.

Die Unterhaltungsmedien bieten schon immer Darstellungen religiöser Themen z.b.( Passionsspiele) Zehn Gebote, von Christus im Film, Das 1. Evangelium -Matthäus, Die letzte Versuchung Christi, sowie Mel Gibson Die Passion Christi. Doch diese Geschehen aus dem kirchlichen Leben spielen im Programmangebot eher eine bescheidende Rolle.

Themen der Religion, insbesondere Grundkonflikte des menschlichen Lebens, werden hingegen in unzähligen Variationen bearbeitet, der Kampf zwischen Gut und Böse, die Lösung von Konflikten, die Erlösung aus Schuld, Erfahrung von Befreiung, Sünde und Vergebung usw. sind Themen der Alltagsunterhaltung.

Neben den großen Spielfilmen und täglichen Serien liefert das Format der Talk-Shows unentwegt Lebensorientierung mit quasi religiösen Funktionen, auch wenn kein Pfarrer die Sendung moderiert. Es ist eine Form der Fernseh-Beichte und hat die kirchliche Beichtinstitution in seiner öffentlichen Wirksamkeit abgelöst.

Medienreligion

Die gesellschaftliche Wirkung der elektronischen Massenmedien stellt die Frage nach der Funktionalen Vergleichbarkeit zwischen Medienkommunikation und religiöser Kommunikation oder gar nach einem Ersatz der Religion durch mediale Kommunikation.