Peer-Groups als Sozialisationsinstanz

  

In diesem Artikel zum Thema Peer-Groups möchte ich diese zunächst näher definieren um im Anschluss genauer auf die Sozialisation in der Gruppe von Gleichaltrigen einzugehen.

Definition Peer-Group

Der Begriff „Peer-Group“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Gruppe von Ähnlich- Altrigen“. Peer-Gruppen sind ein Zusammenschluss von gleichaltrigen Kindern oder Jugendlichen, die in einer freundschaftlichen Verbindung zueinander stehen und dessen Mitglieder sich auf Augenhöhe begegnen. Die Jugendlichen identifizieren sich dabei sehr stark mit den Gleichaltrigen, welche zur sozialen Bezugsperson werden. Peer-Groups übernehmen eine äußerst wichtige Ausgleichsfunktion gegenüber der Familie, der Schule oder dem Betrieb. Jugendliche erleben in solchen Gruppen Zusammenhalt im Bezug auf Probleme und Krisen. Die Aufmerksamkeit von Gruppen von Gleichaltrigen hat damit zu tun, in wie weit sich ein Jugendlicher von seinen Eltern abgrenzen kann. Entstanden sind sie weil Jugendliche sich von altersheterogenen Gruppen wie z.B. Familie in altershomegene Gruppen abgesetzt haben.

Gruppen erlauben dem Jugendlichen eigenständige Verhaltensformen zu entwickeln. Sie prägen, machen ihn unabhängiger von altersheterogenen Gruppen und schaffen somit einen gewissen Freiraum. Die Familie hingegen wird mehr und mehr disfunktional im Bezug auf die Ausbildung, Ehe und ähnliches. Jugendliche haben in Peer-Groups eine vollwertige Mitgliedsschaftrolle, die jedoch anders als in der Familie keinen autoritären Regeln unterliegt. Die Identifikation findet nicht mehr in der Familie statt, sonder verlagert sich in die jugendlichen Gruppen. Hier besteht die Möglichkeit einen sozialen Raum selbst zu gestalten, wenn dieser auch nicht immer vernünftig ist.

Sozialisation in der Gruppe von Gleichaltrigen

Peer-Groups spielen eine wichtige Rolle beim Knüpfen von Kontakten und Erfahren neuer Verhaltensmuster. Sie haben ihren eigenen geistigen und sozialen Raum. Die Persönlichkeitsbildung spielt sich immer mehr in den jugendlichen Gruppen ab. Diese werden zur wahren Brücke der Jugendlichen in die Gesellschaft. Nach Friedrich Tenbruck gibt es keine Übergangsphase, es ist viel mehr eine „Sozialisation in eigener Regie“. Jede Altersrolle sollte das gleiche Niveau und die gleiche Wichtigkeit besitzen. Sie sind seiner Meinung nach eine „eigene soziale Gruppe“ mit allgemeinen Merkmalen, wie gemeinsames Denken und Handeln, sowie Starke gegenseitige Identifikation mit Freunden.

Peer-Groups können sich jedoch auch negativ auf die Entwicklung Heranwachsender auswirken. Die eigene Persönlichkeitsentwicklung sowie das richtige Eingliedern in die Gesellschaft können durch schlechten Einfluss innerhalb der Peer-Groups beeinträchtigt werden. Das Verlangen nach Zugehörigkeit und eine starke Gruppendynamik können Jugendliche zu Mutproben oder zum Konsum von Drogen verleiten. Der Ausschluss von Peer-Gruppen kann wiederum zu Isolation und geschwächtem Selbstwertgefühl führen.

Fazit:

In der heutigen Gesellschaft spielen Peer-Groups eine bedeutende Rolle, wenn es um die Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen geht. Auch wenn gleichaltrigen Gruppen durchaus zum Negativen verleiten können, denke ich das die positiven Argumente überwiegen. Mit der nötigen Anteilnahme der Eltern und Pädagogen bieten Peer-Gruppen den nötigen Rückhalt den die Jugendlichen brauchen und stellen eine gute Sozialisationsinstanz dar.