Funktion in der Gesellschaft

Diese Frage hat sich innerhalb der Theologie in Deutschland nach 1945 gestellt. Nun wurde sowohl nach den kategorialen Zügen als auch nach den empirischen Entwicklungen des Verhältnisses gefragt.
Die kategorialen Fragestellungen

1. Ursprung der Religion
-theologische Antwort: aus der Offenbarung, verstanden als eine übernatürliche Information
-rationale Antwort: aus der Vernunft; Religion als Ausdruck des vorphilosophischen und vorwissenschaftlichen Wissenserwerbs der Gesellschaft
-Einsicht, dass Religion aus kollektiver Lebenserfahrung, also aus geschichtliche und soziale Erfahrung und deren Tradition
Inhalt solcher Erfahrungen ist entweder einfach die gesellschaftliche Realität selbst, als diejenige Instanz die Religion begründet, oder Inhalt ist dasjenige Geschehen, welches allererst die Möglichkeitbedingungen (leibhaftes soziales Personsein) von der Gesellschaft gewährt und in diesem Sinne schöpferisch ist.
Beide Sichtweisen schließen die Notwendigkeit von Tradition und Kommunikation motivierender und orientierender Religion ein.

2. Charakter von Religion als Gesamtdeutung des Lebens
welche die Interaktion in allen Bereichen des Zusammenlebens prägt.
In dieser Eigenschaft schließt Religion zwar geregelte Gesten (Rituale, Kulte) ein, ist aber nie nur darauf beschränkt. Ferner kann Religion auch Bezug auf einen oder mehrere Götter nehmen, kommt aber auch ohne solche Vorstellungen aus. Daher ist Religion auch nur terminologisch nicht aber in Wirklichkeit von dem was Weltanschauung heißt, verschieden.

3. Funktion der Religion für die Gesellschaft
wird reflektiert, die als eine stabilisierende und prägende Funktion durchschaut wird. Nur wo Religion ein Ideal von Gesellschaft einschließt, können solche belief Systems auch kritisch gegen die bestehende Gesellschaft gewendet werden.

4. Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Gesellschaft und der Religion
Die inhaltlichen Ebene bezieht sich auf die Einwirkung des Welt- und Menschenbild auf den Weltumgang andererseits wird auf den Wandel der institutionellen Formen kulturkonstitutiver Lebenssinnkommunikation reflektiert (Schule, Uni, Unternehmen, Medien)

5. Verhältnis zwischen Einheit der Gesellschaft und Einhalt/Vielfalt der in ihr gelebten Kulturen samt den in ihr liegenden belief Systems und Weltanschauungen. Damit wird also die Pluralismusfrage gestellt. (civil religion -gedacht als Einheitsbelief)