BILDANALYSE: Der Schrei Teil 1

schrei“Der Schrei” wurde ja bereits sehr oft interpretiert. Da es sich hierbei jedoch um meinen Favoriten handelt, wollte ich doch noch einmal meinen Senf dazu geben.

Einleitung

Für meine Bildanalyse habe ich das Kunstwerk „Der Schrei“ von Edvard Munch gewählt. Im Zeitraum von 1893 bis 1910 erstellte Edvard Munch verschiedene Bilder mit diesem Titel, welche in der Serie „Der Fries des Lebens“ zusammengefasst sind. Ich habe mich für die Version von 1910 entschieden, die in Pastell erstellt wurde und gegenwärtig im Munch-Museum ausgestellt wird. Zu Beginn möchte ich das Werk möglichst objektiv untersuchen, um im Anschluss genauer auf Kontext und Interpretation einzugehen.

Objektive Analyse

Auf den ersten Blick fällt dem Betrachter eine dunkel gekleidete Person ins Auge. Sie befindet sich im Vordergrund und wird nur zur Hälfte von der Hüfte aufwärts dargestellt. Das Geschlecht lässt sich nicht bestimmen. Die Gestalt steht auf einer Brücke, die sich in der Fluchtpunktperspektive zum linken Bildrand erstreckt und dort knapp nach der Bildhälfte aus der Sicht des Betrachters verschwindet. Am Ende der sichtbaren Brücke stehen zwei weitere Personen. Beide sind als schwarze Silhouetten dargestellt und befinden sich im Hintergrund des Werkes. Weiter rechts findet man das Meer, welches sich vom Bildmittelpunkt bis hin zum unteren rechten Bildrand erstreckt. In der Mitte des darstellten Meerausschnittes sind zwei kleine Boote zu erkennen, die auf der Ruflektion des sich darüber befindenden feuerroten Himmels segeln.

Im Gegensatz zu den Personen im Hintergrund ist die sich im Vordergrund befindende Person unproportional dargestellt. Man kann kaum von einer Person reden, eher ist es eine Gestalt, die hier die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Kopf der Gestalt ist gegenüber dem Rest des Körpers sehr groß dargestellt und ähnelt einem Schädel. Mund und Augen der Gestalt sind weit aufgerissen. Die Augen sind gläsern und weisen keine Pupille auf. Dabei ist der Blick direkt auf den Betrachter gerichtet. An Stelle der Nase befinden sich lediglich zwei Punkte. Das Kinn ist in die Länge gezogen. Die Ohren sind von ebenfalls unproportional langen Händen verdeckt, die sich verkrampft an den Kopf pressen. Wie auch die Hände und der Kopf ist der Rest des Körpers sehr langgezogen und unförmig. Die Gestalt hat eine wellen artige Erscheinung.

Formanalyse

Das Werk weist wenige Details auf. Generell sind die Formen schlicht gehalten und werden wellenförmig ausgedrückt. Augen sowie Nase und Mund der Gestalt werden kreisförmig dargestellt. Lediglich die Brücke wird mit geraden Linien ausgedrückt. Da sich die Linien unmittelbar hinter den Konturen der Gestalt befindet, sticht diese besser heraus, obwohl sie dem Grundmuster des Hintergrundes entspricht. Als Betrachter hat man das Gefühl in einen Sog hineingezogen zu werden.